Die Interessen und Meinungen in und zu einer Stadt sind mannigfaltig und kaum überschaubar. Meinungen müssen sich behaupten und Interessen brauchen Ausgleich damit sich Stadt zum Wohl aller weiterentwickeln und gestalten kann. Viele dieser Meinungen und Interessen gehen jedoch unter, sei es wegen mangelnder Willensbekundung oder Ausdruckstärke oder an der schier überwältigende Kraft der anderen Meinung. Denn viele Diskurse in, zur und mit der Stadt werden monopolisiert - durch Geld und Autorität beherrscht. 

Wir erleben eine stetige Verengung urbaner Räume durch Kapitalinteressen, Kommerzialisierung und Regulierung der öffentlichen Hand. Die selben Mechanismen beschneiden den öffentlichen Raum: unseren Markplatz der Ideen und Meinungen, der Ort des Austausches und der gemeinsam gelebten Kultur.

Unter dem Titel der “Sharing Cities” zeichnet die CityLeaks Akademie ein anderes Bild von Stadt – die Stadt als Common(s), als ein Raum der Allmende, der Allgemeingüter. Ein Raum, der sich durch die Nutzer*innen selbst organisert – sich durch die gemeinschaftliche Auseinandersetzung zu dem wie, wie viel, wodurch und womit, pflegt und weiterentwickelt.

Diese teilende Stadt, die sich nach innen richtet an uns Bürger*innen, die uns auffordert, ist eine globale Stadt. Sie ist Heimat der verstädterten Gesellschaft. Sie hält inne - trotz der allgegenwärtigen Beschleunigung nutzt sie ihr Wissen und erkennt dieses als die Ressource für ihr nachhaltiges Wachstum. Diese Stadt verzichtet auf den Überfluss und gibt uns das Nötigste für ein gutes Leben. Sie lässt uns global denken und lokal handeln und wird damit Motor für eine neues solidarisches Wirtschaften. Die digitalen Medien, die sie zur Verfügung stellt nutzen wir für Austausch und Organisation. Der transdisziplinäre Ansatz der CityLeaks Akademie sucht den Dialog zwischen Kunst, Wissenschaft und Bürgerschaft. Dabei greift das Programm aktuelle stadtpolitische Diskurse auf und begleitet bestehende Netzwerke zum nachhaltigen Leben im urbanen Raum.

 

Edition:
Sharing Cities
Location:
Sharing Cities (2017)
Künstler*innen
Benjamin Gaulon
Eva-Maria Baumeister
ON/OFF
Gäste & Referent*innen:
Benjamin Noys
The Wa & Olabao
Javier Abarca
Stavros Stavrides
Gaby Schulten
Sascha Dickel
Schriftsonar
Esra Erdem
Direktorin:
Margrit Miebach
Methods & Tools:
Beobachtungen
Interviews
Workshops
Diskussionsrunden
Filmvorführungen
Vorträge
Präsentationen
digitales Mapping