Kongress

Programm CityLeaks-Kongress

Über die Köpfe von PlanerInnen, PolitikerInnen und BeamtInnen hinweg wird Stadt gegenwärtig lustvoll und anarchisch in ganz neuen Formen und Formaten „von unten“ gestaltet. Diese „Neuordnung des Städtischen“ manifestiert sich dabei sowohl in neuen politischen Bewegungen wie „Recht auf Stadt“, „Occupy“ oder „Reclaim your City“ oder der stadtteileigenen Bürgerinitiative, aber auch in Phänomenen wie Urban Gardening, Urban Art, Chair Bombing oder Skateboarding.Ihnen allen ist das Bespielen öffentlicher Räume im lokalen Umfeld gemein. In ihnen manifestiert sich damit auch ein neues Verhältnis der Bürger_innen zu ihrer Stadt und umgekehrt. Ob beim Bau eines Bahnhofs in Stuttgart, der Bebauung eines Parks in Istanbul oder der Neugestaltung eines Opernhauses in Köln – streitbar und engagiert kämpfen BürgerInnen selbstbewusst für ihr „Recht auf Stadt“. Der CityLeaks Kongress thematisiert die vielgestaltigen Ursachen, Ausprägungen und Auswirkungen der Neuverhandlungen des Städtischen. In mehreren Vorträgen, Podiumsdiskussionen, Labs und Stadtspaziergängen werden die

Möglichkeiten und Reichweite kreativer bzw. basisdemokratischer Praktiken der Aneignung von Stadt im Spannungsfeld von (sub)kultureller Initiative und städtischer Lenkung beleuchtet und ausgelotet.

 

CityLeaks-Kongress-Location:

CityLeaks Festivalzentrale

Kupferwerk im Carlswerk (auf dem Gelände: Hüttenstraße, Gebäude 403)

Schanzenstr. 6-20

51063 Köln

 


 

Programmplan

 

Freitag, 28. August 2015

 

19:00 Uhr

Begrüßung

Gabriele Hammelrath, MdL, Schirmherrin CityLeaks Urban Art Festival

 

19:15 Uhr

Eröffnungsvortrag „Recht auf Stadt! Recht auf Kunst?“

Hanno Rauterberg, Redakteur Feuilleton DIE ZEIT

Synopsis:

Der neue Urbanismus von unten, der viele Städte auf unerwartete Weise belebt, verdankt sich gewandelten Leitbildern und Lebensidealen. Die pluralisierte Gesellschaft, interessiert an Selbstwirksamkeit, Multioptionalität und unerprobten Formen kollektiven Handelns, findet hier ihre Räume. Dabei werden viele der urbanen Spielformen – bewusst oder unbewusst – vom Geist der Kunst getragen. Die Selbstermächtigung der Künstler findet in der Selbstermächtigung der Bürger eine Entsprechung. Was aber bedeutet das für die Kunst im öffentlichen Raum? Wie wandelt sich ihre Bedeutung in Zeiten der allgemeinen Teilhabe und Rekreativität?

 

20:00 – 22:00 Uhr

10 Minuten Redezeit – Projektvorstellungen von WissenschaftlerInnen

 

Susanne Hinrichs, MA in Kunstgeschichte, Universität Köln – Von der Straße in die Galerie: Die Etablierung der Streetart am Beispiel der Arbeiten von Banksy.

 

Teresa Braunschweig, Europäische Kunstgeschichte und Philosophie, Universität Heidelberg – Der künstlerische Wert von Street Art und dessen Auswirkung.

 

Katja Glaser, Medienwissenschaft, Universität Siegen – Street Art im digitalen Straßennetz

 

Mirjam Kappes, Medienwissenschaft, Deutsche Sprach- u. Literaturwissenschaft und Kunstgeschichte, Universität Köln – Graffiti als Eroberungsstrategie des urbanen Raums.

 

Catharina Sommer; Marian Müsch; Maija Jantunen, Integrated Design, KISD Köln – Intervention – Wer gestaltet die Stadt?

 

David Keuer, Alexander Rakow, Julius Frodermann, Timm Fröhlich, Elisa Jakaytis, Kim Stolfik, Jennifer Reufels, Lala Muradova, Melanie Rosenthal, Architekturstudenten der Hochschule Bochum – B-LOON – Studentisches Wohnen neu gedacht – Die Videoinstallation für die Fassade: Anna Strack und Dominik Harman

 


 

 

Samstag, 29. August 2015

 

10:00 Uhr

Begrüßung

Tim Bindel, Moderator

 

Panel 1: Perspektiven auf ein Recht auf Stadt. Theoretische und praktische Annäherungen.

 

10:30 Uhr

Vortrag „Das Recht auf Stadt ein emanzipatorisches Konzept zwischen Fordismus und Postfordismus“

Joscha Metzger, Institut für Geographie, Universität Hamburg

Synopsis:

Das Recht-auf-Stadt als Parole bündelt vielfältige urbane Protestbewegungen in ihren Kämpfen. In den aktuellen Auseinandersetzungen geht es dabei um so verschiedene Themen wie die bauliche, soziale und kulturelle Gestaltung der Stadt, den Kampf gegen Privatisierungen sowie die Anerkennung marginalisierter Gruppen und ihr Recht auch entgegen ökonomischer Interessen nicht aus der Stadt verdrängt zu werden.

So vielfältige Anknüpfungspunkte das Konzept Recht-auf-Stadt bietet, lässt es sich hinsichtlich seines Entstehungskontextes historisch verorten und diskutieren: Henri Lefebvre formulierte es in den 1960er Jahren als Kritik am fordistischen Städtebau. Städte und Stadtentwicklung haben sich seitdem jedoch deutlich verändert. Einige Charakteristiken der gegenwärtigen, postfordistischen Stadt scheinen dabei der Kritik Lefebvre’s zu entgehen, andere zeigen sich hingegen als grundlegende Elemente kapitalistischer Stadtentwicklung. Es stellt sich die Frage welche emanzipatorische Kritik und Utopie gegenüber welcher urbanen Situation vom Recht-auf-Stadt entfaltet werden kann.

 

11:20 Uhr

Almut Skriver, Architektin, BI Helios, Netzwerk Gemeinschaftliches Bauen und Wohnen,

Jochen Ott, MdL für die SPD und Aufsichtsratsvorsitzender GAG

Michaela Kretschmann, CARLsGARTEN, Köln

Marco Sicconi, General Manager AkzoNobel Decorative  Paints Deutschland

Diplom-Kaufmann Stefan Frey, Vorstand der Frey AG

 

12:00 Uhr

Rundgang durch den CARLsGARTEN

 

13:00 Uhr

Pause

 

Panel 2: (Neu-)Verhandlungen des Urbanen. Zum Verhältnis von Kunst und Stadt

 

14:00 Uhr

Vortrag „Die Stadt von der anderen Seite sehen“

Thomas Laue, Leitender Dramaturg Schauspiel Köln

 

15:00 Uhr

Podium unter anderem mit:

Mischa Kuball, Konzeptkünstler, Düsseldorf

Hendryk von Busse, Freiraumgalerie, Halle/Saale

Kay von Keitz, plan project Köln

Labor Fou, Künstlerkollektiv

 

16:00 Uhr

Treffpunkt: CityLeaks Festivalzentrale | Kupferwerk im Carlswerk (auf dem Gelände: Hüttenstraße, Gebäude 403) | Schanzenstr. 6-20 | 51063 Köln

 

  1. Lab Drama Köln

Unter anderem mit Drama Köln/ Philine Velhagen, katze + krieg, acting accomplices, Julie Pfleiderer

 

  1. Spaziergang mit der Geschichtswerkstatt Mülheim

Das „Carlswerk“ der Firma Felten & Guillaume – Einblicke in die Entwicklung des historischen Industrieareals im Herzen Mülheims.

 


 

 

Sonntag, 30 August 2015

 

10:00 Uhr

Vortrag: Die Widersprüche der Kreativen Stadt

Iris Dzudzek, Humangeographie, Goethe Universität Frankfurt a.M.

Synopsis:

Die Kreative Stadt ist voller Widersprüche. Während sie einerseits emphatisch als Ort gelebter Differenz gefeiert wird, in dem sich ein Recht auf Stadt für alle realisiert, fungiert sie andererseits als unique selling proposition des neuen Urbanismus und der unternehmerischen Stadt.

In den vergangenen Jahren haben sich viele Städte bei ihrer Reorganisation am Leitbild der kreativen Stadt orientiert. Welche Rolle aber spielen Bewohner_innen, Künstler_innen und Kreative in diesem Prozess? Wie gestaltet sich dabei das Verhältnis von Künstler_innen und Kreativen zu anderen Gruppen in der Stadt? Wo liegen Möglichkeiten aber auch Grenzen der kreativen Gestaltung einer Stadt für alle?

 

10:40 Uhr

Podium unter anderem mit:

Galeria de Urbana from Lisbon’s Municipality, Portugal

Mural Heerlen, Heerlen, Niederlande

Galeria Urban Forms, Lodz, Polen

Urban Art Festival Amsterdam, Niederlande

Street Art Communication, Slowakei

riesa efau, Dresden, Deutschland

44309 Street Art Gallery, Dortmund, Deutschland

40 Grad Urban Art Festival, Düsseldorf, Deutschland

Freiraumgalerie, Halle/ Saale, Deutschland

CityLeaks Urban Art Festival, Köln, Deutschland

DOMA, Künstlerkollektiv, Argentinien, CityLeaks Festivalkünstler

 

12:00 Uhr

Leerstellen im Stadtraum. Ein Spaziergang mit Dr. Johannes Stahl.