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CityLeaks ist eines der größten Urban Art Festivals weltweit. Es zeigt in seinem interdisziplinären Programm eine Vielzahl an Spielarten aktueller urbaner Kunst. Nationale und internationale KünstlerInnen haben bereits 2011 und 2013 Köln besucht und auf Einladung des Festivals ihre künstlerischen Spuren im Stadtbild hinterlassen. Dieses Jahr gehen wir vom 1. bis 20. September in die dritte Runde.

Aber CityLeaks ist mehr als das:
CityLeaks richtet den Blick auf das Leben in der Stadt: Über die Köpfe von PlanerInnen, PolitikerInnen und BeamtInnen hinweg wird Stadt gegenwärtig lustvoll und anarchisch in ganz neuen Formen und Formaten „von unten“ gestaltet. Diese „Neuordnung des Städtischen“ manifestiert sich dabei sowohl in neuen politischen Bewegungen wie „Recht auf Stadt“, „Occupy“ oder „Reclaim your City“ oder der stadtteileigenen Bürgerinitiative, aber auch in Phänomenen wie Urban Gardening, Urban Art, Chair Bombing oder Skateboarding.
CityLeaks möchte mit seinem Festival den Dialog über das gesamtgesellschaftliche Anrecht auf den städtischen Raum anregen. Neben den künstlerischen Aspekten öffnet sich CityLeaks dem Stadtleben als Ganzes. Wir agieren nicht allein nach dem Motto „Unser Veedel soll schöner werden“, sondern die Kunst ist auch dazu da, Orte und aktuelle Situationen politisch und kritisch zu reflektieren, um nach einiger Zeit vielleicht auch schon der Vergänglichkeit zum Opfer zu fallen. CityLeaks greift das Anliegen „Stadt mitzugestalten“ auf verschiedenen Ebenen auf. Künstlerische Projekte, Ausstellungen, Musikveranstaltungen und Dialogformate wie der CityLeaks Kongress widmen sich den verschiedenen Facetten von Stadtentwicklung. Wir möchten diesem Thema ein interdisziplinäres Forum bieten und laden alle Interessierte ein sich an dem Dialog einer Neuverhandlung des Städtischen zu beteiligen. Wir wollen Kunst fördern, die keine Eliten kennt und für alle da und zugänglich ist.
CityLeaks schafft neue Freiräume für gemeinschaftliches Zusammentreffen, freien Austausch von Ideen und Partizipation. Nachhaltige Förderung und Vermittlung zeitgenössischer urbaner Kunst und Kultur, sowie nachhaltige lokale, regionale und (inter-)nationale Kooperationen innerhalb des Festivals machen den Charakter von CityLeaks aus.
Das Interesse an Urban und Public Art ist nicht nur bei einem jungen Publikum zu verzeichnen, sondern bei Menschen jeglicher Altersgruppe, Herkunft und sozialer Zugehörigkeit. Durch ihre Unmittelbarkeit ist Urban Art auch für viele Kunstneulinge, Passanten und Anwohner attraktiv.

Kunst steht für sich und macht auf Dinge aufmerksam, die einer Abstraktion auf Bildebene bedürfen. Sie sendet Botschaften in Codes, die wir manchmal erst dechiffrieren müssen.

Die während CityLeaks entstehenden Werke sind Geschenke an die Stadt und ihre Bürgerinnen und Bürger. Die meisten Arbeiten entstehen auf privaten Fassaden und Flächen und sind nach Ablauf des Festivals im Besitz der Fassadeneigentümerinnen und -eigentümer. Sie haben das Recht, ihre Fassaden zu gestalten oder gestalten zu lassen, sowie diese Wände wieder zu überstreichen. Alle CityLeaks-Werke sind daher temporäre Eingriffe in das Stadtbild und nicht für einen festgelegten Zeitraum geschützt. Sie obliegen den Einwirkungen der Witterung genauso wie denen der öffentlichen Ordnung. Sie sollen uns ansprechen, anregen und animieren, mit unserem Recht auf Stadt, Recht auf Meinung, Recht auf Lebensraum und -qualität mündig umzugehen.

Viel Vergnügen mit CityLeaks 2015!

 Georg Barringhaus, Iren Tonoian, Margrit Miebach